Liebe Kolleg(inn)en und eventuelle Autor(inn)en!
Wir schlagen Ihnen vor, an der Gestaltung des Jahrbuches teilzunehmen. Jeder Band der Hypothekai-Zeitschrift enthält in unterschiedlichem Ausmaß wissenschaftliche Beiträge, Urtextveröffentlichingen, Übersetzungen ausländischer wissenschaftlicher Schriften und Rezensionen. Das ermöglicht es, dem Leser ein breites Spektrum Meinungen von Vertretern mannigfaltiger wissenschaftlicher Schulen und Bereiche darzubieten und ein interdisziplinäres Feld für wissenschaftliche Diskussionen über die Geschichte antiker pädagogischer Kultur zu initiieren. Das Konzept jedes Jahrbuches fußt auf einem bestimmten Thema und der Problematik der Texte eventueller Autor(inn)en.

Das Thema der vierten Lieferung heißt „Erziehung eines antiken Kriegers“ (Materialien und Vorschläge werden bis zum 11. März 2020 angenommen). Tapferkeit und kriegerische Fähigkeiten eines Mannes wurden in der Kultur Griechenlands und Roms für ausschlaggebend bei seiner Anerkennung als eines vollberechtigten Griechen oder Römers gehalten. Kriegersymbolik und zahlreiche Hinweise auf den Krieg waren überall zu finden: an Denkmälern und Grabsteinen, in den Plastiken der Tempel, sowie in den Speisesälen der Privathäuser, wo Offensiv- und Verteidigungswaffen an den Wänden hingen und prachtvolle mit Kriegsbildern geschmückte Gefäße standen. Das Thema des Krieges wurde im Theater und in der Volksversammlung, in den Räten und Gerichtssitzungen, auf dem Markt und bei der Beerdigung behandelt. Die antike Erziehung ging nicht nur mit der Leibeserziehung einher, sondern auch mit der „Erziehung auf dem Gebiet der Literatur“, was das Erlernen von Homer und anderen Dichtern, die die Tapferkeit der Krieger priesen, voraussetzte. Der lateinische virtus wie der altgriechische ἀρετή war es, was einen Mann ausmachte und dessen Staatsdienst im zivilen und militärischen Bereich voraussetzte. Die vierte Lieferung gilt der pädagogischen Dimension des Krieges, dem Thema Krieg und Frieden in den erzieherischen Schauspielen von solchen Autoren wie Aischylos, Sophokles, Euripides, Aristophanes, Terence u. a., sowie den Problemen der Ausbildung eines Militärführers und Epheben, die ihren Niederschlag in Kunst, materieller Kultur und Texten verschiedener Sorten (Dialogen von Platon und Xenophon, Reden und Briefen von Cicero, Schriften von Herodot und Thukydides, Werken von Varro, Onasander, Josephus Flavius, Vegetius u. a.) fand.

Das Thema der fünften Lieferung heißt „Lehrtexte der Antike“ (Materialien und Vorschläge werden bis zum 11. März 2021 angenommen). Wir schlagen den Kolleg(inn)en vor, zu erlernen und darzustellen, was im antiken Griechenland und im alten Rom gelesen und gebimst wurde, was man zu jener Zeit erarbeitete und anwandte, welche Lehrmittel im Rahmen der gesamten antiken Ökumene bis ins 6. Jahrhundert nach Christus ausgenutzt wurden. Diese Lieferung der Zeitschrift soll aus drei Teilen bestehen. Teil 1 („Das Werk der Pädagogen“) schließt die Schriften ein, in welchen speziell erarbeitete Lehrtexte untersucht werden: Wörterbücher, Grammatiken, Schul- und Alltagsdialoge, Übungsbücher, Aphorismensammlungen, Lehrbücher für unterschiedliche Fächer wie z. B. „Die Elemente“ Euklides, "Exposition" Theons von Smyrna oder die Bücher Vitruvs und Boethius’, „Institutio Oratoria“ Quintilians, „Liber Memorialis“ von Lucius Ampilius, „Epitoma“ von Sextus Pompeius Festus oder Stobaei Anthologii Libri, gekürzte Lehrbücher für Philosophie oder Sammlungen gewisser Konzeptionen wie die Werke von Diogenes Laertios oder kurzgefasste Lehrstoffe fürs Erlernen der Redekunst, der Medizin, des Rechts, der Geografie usw. Im Teil 2 („Pädagogisches Werk“) werden die Texte vom literaturdidaktischen Typ behandelt, die als Lehrtexte auftraten. Sie waren nicht als Lehrtexte entstanden und noch weniger waren sie mit der pädagogischen Problematik verbunden, aber ihre Rolle im Erziehungsprozess war manchmal größer als die von Fachtexten. Zu den Denkmälern dieser zweiten Gruppe gehören die „Ilias“, die „Odyssee“, die Dramen von Euripides, Plutarch, Virgilius u. a. Es ist nicht immer leicht, diese Werke als Lehrtexte aufzufassen. Doch einer der Gründe dazu besteht darin, dass einige alte Autoren diese Texte unter den Texten nennen, welche sie zu ihrer Lehrzeit gelesen haben. Der zweite Grund besteht darin, dass die Auszüge aus diesen Werken in den Schulpapyri enthalten sind. Mit diesen zwei Typen Materialien werden natürlich die Stoffquellen nicht erschöpft. Teil 3 ("Das Werk der Nachkommen") wird die Schriften enthalten, in welchen die wichtigsten und noch nicht erforschten Probleme weiterer Anwendung antiker Lehrmaterialien nach dem Ausgang der Antike behandelt werden.

 

Alle Interessent(inn)en, die Redaktorinnen oder Autor(inn)en des Jahrganges werden möchten, werden gebeten, das ungefähre Thema und den Umfang ihres Materials in Druckbögen mitzuteilen. Die Veröffentlichung ist kostenlos. Bitte beachten Sie, dass die Redaktion die Druckexemplare der Zeitschrift den Autor(inn)en und Redaktionsmitgliedern versendet, im Abonnement aber nicht verbreitet. Der Autor kann sein Exemplar nur in der Redaktion erhalten.